Neue Galerie des Brückenkollektives
Der „Staatspreis für bayerische Kreativorte“ ging in diesem Jahr nach Neuburg. ...
Er war ein Zeitgenosse Beethovens und Mozarts, Wegbereiter von Rossini und Lehrer Donizettis – und doch ist sein Name heute nur wenigen ein Begriff: Johann Simon Mayr. Der in Mendorf bei Altmannstein geborene Maestro war nicht nur ein bedeutender Opernkomponist seiner Zeit, sondern auch eine Schlüsselfigur im Übergang von der Wiener Klassik zur italienischen Romantik.
Unter dem Titel „Simon Mayr und die Wiener Klassiker“ widmete sich ein Konzert in der Franziskanerkirche Ingolstadt genau dieser spannungsvollen Übergangszeit. Ganz im Zeichen von Simon Mayr und seinen prominenten Zeitgenossen präsentierte sich die Basilika als akustischer Resonanzraum einer Epoche im Umbruch. Veranstaltet von der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft eröffnete sich ein Klangpanorama, das der Musik Simon Mayrs einfühlsam Raum gab – und zugleich ihren Platz zwischen Mozart, Haydn und Beethoven markierte.
Zu hören war ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und fein abgestimmtes Programm – Originalkompositionen oder Bearbeitungen für Bläserensemble, wie sie in den Salons und Höfen um 1800 beliebt waren. Das norditalienische Ensemble Gruppo Fiati Musica Aperta unter der Leitung von Pieralberto Cattaneo brachte mit stimmungsvoller Klangkultur die musikalische Welt jener Zeit facettenreich zum Blühen. Der aus Bergamo stammende Dirigent, seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Fürsprecher Mayrs in dessen zweiter Heimat und darüber hinaus, setzte dabei gezielt sowohl auf große Gesten als auf subtile Zwischentöne.
Besonders eindringlich: Die Auswahl an Arien und geistlichen Werken – allesamt in Adaptionen für Bläserensemble, die Mayrs melodische Erfindungskraft und seinen Sinn für dramatische Übergänge und sakrale Wirkungen auf faszinierende Weise zur Geltung brachten. Der junge Tenor Konstantin Igl, gebürtig aus Kösching und musikalisch aufgewachsen in Ingolstadt, bewältigte diese Partien mit lyrischer, sanglicher Klarheit, stilistischer Sicherheit und spürbarem Feingefühl für Sprache und Ausdruck, überzeugte nicht nur stimmlich, sondern auch durch seine gestalterische Präsenz.