Gespräch mit Regisseurin Mirja Biel zu Kästners „Fabian“ im Stadttheater Ingolstadt
Man hätte 1928 eingreifen müssen, danach war es zu spät, sagte ...
Neben einer Tür im Erdgeschoss des Mathematischen Instituts für Maschinelles Lernen und Data Science der Katholischen Universität Ingolstadt-Eichstätt im Georgianum in Ingolstadt steht mit dem Logo der Uni – genauso gestaltet wie alle anderen Raumschilder: Karzer. Was sich die meist fremdsprachigen Studierenden dabei wohl denken, wenn sie heute hier auf dem Weg zur Treppe vorbeigehen? Es handelt sich tatsächlich um den Karzer, also das Kerkerloch der alten Universität im Collegium Georgianum, der erst 2019 bei der Sanierung des Gebäudes wiederentdeckt wurde. Und nun ist der Ingolstädter Karzer einer der ältesten erhaltenen in ganz Deutschland. Ein ziemliches Kellerloch, in dem man kaum aufrecht stehen kann. Und dieser Karzer enthält Graffiti, die die Studenten vor 500 , 400 oder 300 Jahren an die Wände gekritzelt haben. Ihre Namen und die Anzahl der Stunden und Tage, die ihnen zur Strafe aufgebrummt worden waren. Aber auch ein sinniges Zitat von Vergil, in zwei unterschiedlichen Versionen. Das wirft Fragen auf.
Und so wurde ein renommierter Altphilologe gebeten, sich diese Kritzeleien genauer anzusehen. Dr. Niklas Holzberg , eremetierter Professor an der LMU in München, hat sich mit sichtlicher Lust der Sache angenommen und sich als Spezialist für das universitäre Bestrafungswesen erwiesen, wie sein Vortrag nicht im Karzer, sondern im Apian-Saal des Georgianums bewies. Eingeladen hatten Barbara Leininger von Tibidabo, dem Verein zu antiker Sprache und Kultur und Gerhard Schmidt vom Förderverein Georgianum.