Atelierrundgang bei der Neuburger Sommerakademie
Nach Hobbymalern und Amateurkünstlerinnen sah es wirklich nicht aus. Wir berichten ...
Eine angenehme Atmosphäre in einem Raum im Pius-Stadttteiltreff mit Teppichen aus dem Theaterfundus, raumhohen Zimmerpflanzen – und einem Stuhlkreis.
Ein Dutzend sehr unterschiedliche Menschen, die sich vorher nicht kannten, sind gekommen, um gemeinsam Musik zu machen und zu singen. Ohne Vorkenntnisse. Aber diese 2 Stunden laufen ganz anders als eine übliche Chorprobe ab.
Community Music ist das neueste Angebot der Stadtdramaturgin des Stadttheaters Ingolstadt Lisa Schacher, die Menschen aus der Stadtgesellschaft zusammenbringen will, die nicht unbedingt sowieso schon regelmäßig ins Theater gehen. Aber es gibt einen Anknüpfungspunkt. Die Erfolgsproduktion „Istanbul“, die umgedrehte Gastarbeitergeschichte eines deutschen Migranten in Istanbul mit Liedern einer Ikone der türkischen Popmusik Sezen Aksu. Und es wird tatsächlich an diesem Abend ein Song daraus gesungen, sogar mit türkischen Refrainzeilen und mit allerlei Instrumenten begleitet.
Sezgin Inceel ist promovierter Musikpädagoge, tätig an der KU Ei und der LMU München, und auch als Musiker in vielen interkulturellen Projekten aktiv. Als Wissenschaftler hat er einige Aufsätze publiziert, und er war mit einer Studie zum Musikentwicklungsplan der Stadt Ingolstadt befasst.
Einige äußeren am Anfang ihr Bedauern, dass in den Familien zuhause kaum mehr gesungen und Musik gemacht wird. Die meisten stellen sich vor, dass wir jetzt eben gemeinsam singen. Aber kennen wir gemeinsame Lieder? Das ist gar nicht nötig.
Ein einfaches Kinderlied, unterstrichen mit Klatschen, dann ein hebräisches Lied mit Gesten .
Niemand muss etwas. Wer nur summen will oder nur zuhören. Auch okay. Alles entwickelt sich einfacher als gedacht. Niemand scheint sich unterfordert, niemand überfordert zu fühlen. Niemand kann sich blamieren. Jeder macht so mit, wie er kann oder gerade Lust hat. Und ganz nebenbei haben wir auf deutsch, hebräisch und türkisch gesungen. Später gibt es Rasseln, Trommeln, ein Xylophon, eine Triangel… Jeder nimmt sich, womit er umgehen möchte…
Und obwohl sich jeder und jede sehr individuell beteiligt, entsteht das Glücksgefühl am gemeinsamen Musizieren, wie die abschließende Feedbackrunde gezeigt hat.
Die nächsten Abende mit Community Music im Piustreff sind am 29. Januar und am 12. Februar. Jeder und jede kann noch dazukommen. Tickets zu 5 Euro gibt’s durchs Stadttheater Ingolstadt.