Neuburger Schloßfest 2025
An diesem Wochenende und vom 04. bis 06.Juli wird Neuburg an ...
War es eine Geburtstagsfeier oder doch eher eine Trauerfeier, ein Abschiednehmen ? Gestern fand im GH und im Festsaal der Festakt zum 60. Bestehen des Hämerbaus im Herzen Ingolstadts statt, in dem das Stadttheater Ingolstadt, das Junge Theater, die städtische Galerie und der Kunstverein und im Festsaal Konzerte, Kabarett, Bälle und Veranstaltungen vieler Art eine Heimat gefunden haben. Im Mai wird der Eiserne Vorhang für viele Jahre die Bühne verschließen, die weiteren Nutzungen werden ein Jahr später ausziehen. Wo das Junge Theater, die städtische Galerie, die Kammerphilharmonie Ingolstadt oder der Konzertverein eine auch nur halbwegs adäquate Räumlichkeit finden werden, weiß bis jetzt niemand. An die seit 25 Jahren immer wieder verschleppte Generalsanierung des Hauses wird angesichts der katastrophalen Haushaltslage der Stadt in den nächsten Jahren nicht zu denken sein.
So fand die Geburtstagsparty vor dem Hintergrund der Horrorvision eines Bauzauns um das dunkle Haus statt. Und das Dilemma wurde von dem Moderatorenpaar Manuela Brugger und Sascha Römisch, gewandet wie Trauergäste aus dem 19. Jahrhundert durchaus benannt.
Das Stadttheater Ingolstadt hat die Verantwortung für diesen Festakt outgesourced und das Performancekollektiv Fräulein Wunder AG beauftragt, diesen Abend zu konzipieren, zu schreiben und zu inszenieren. Visuell reizvoll wurden Videos von Zeitzeuginnen in eine bühnenformatgroße Fotografie des Hämerbaus montiert, so dass es aussah, als stünden sie hinter den Brüstungen der Balkone und in den Fenstern. Die Auswahl der ZeitzeugInnen allerdings war doch etwas befremdlich. Einer Statistin, einer Pförtnerin, einigen Abonnenten und einem kurzzeitigen Kunstvereinsvorsitzenden aus Eichstätt oblag es, das Haus zu würdigen und die gegenwärtige Situation zu bedauern. Immerhin kamen auch die Architektin Marianne Mang und der langjährige Ausstattungsleiter des Theaters , der heute 86 jährige Konrad Kulke zu Wort.
4 Ensemblemitglieder, Victoria Voss, Ralf Lichtenberg, Teresa Trauth und Richard Putzinger bevölkerten als Statisterie mit einigen kleinen live-Anekdoten und Kommentaren die Performance. Einige weitere durften als Band die Überleitungsmusik-Akzente im Festsaal setzen. Der Großteil des Ensembles hatte Proben oder Vorstellung, konnte also nicht mal im Publikum an diesem Festakt teilnehmen.
Nächsten Sonntag um 9 Uhr erzählen wir weiter…
Foto: Alle Besucher durften auch auf die Bühne (Germaine Nassal)