Feine Klangkultur und emotionale Tiefe: Zwei Konzertabende beim Musikfest Eichstätt

Feine Klangkultur und emotionale Tiefe: Zwei Konzertabende beim Musikfest Eichstätt

Das Musikfest Eichstätt widmet sich seit vielen Jahren der Alten Musik in all ihren Facetten — und macht dabei immer wieder hörbar, wie gegenwärtig und lebendig diese Werke bis heute geblieben sind. Historische Räume, besondere Klangfarben und Musiker:innen von internationalem Rang schaffen dabei Konzerterlebnisse, die weit über reine musikalische Rekonstruktion hinausgehen.

In dieser Sendung stehen zwei Konzerte im Mittelpunkt, die auf sehr unterschiedliche Weise von Intimität, Klangkultur und emotionaler Tiefe erzählen: die melancholischen Lautenlieder John Dowlands mit dem Vivid Consort und David Bergmüller im Spiegelsaal der Residenz sowie die fein nuancierte Gambenmusik von Paolo Pandolfo und Amélie Chemin beim Abschlusskonzert „Klangzauber“ im Holzersaal der Sommerresidenz.

Melancholie, Sehnsucht und große emotionale Klarheit – kaum ein Komponist der englischen Renaissance steht dafür so sehr wie John Dowland. Seine Ayres und Lautenlieder faszinieren bis heute durch ihre unmittelbare Schönheit und eine erstaunliche Modernität.

Anlässlich seines 400. Todestages widmete sich das Vivid Consort gemeinsam mit dem Lautenisten David Bergmüller im Programm „Dowland 1626“ den Werken Dowlands und seiner Zeitgenossen. Im Spiegelsaal der Residenz entstand dabei ein fein nuancierter Klangraum zwischen Intimität, Transparenz und großer emotionaler Ausdrucksvielfalt.

Warme, weiche Klänge und intime, subtile Nuancen: Die Viola da Gamba gehört zu den poetischsten Instrumenten der Alten Musik.

Zum Abschlusskonzert „Klangzauber“ waren im Holzersaal der Sommerresidenz zwei herausragende Vertreter dieses Instruments zu erleben: der italienische Gambist Paolo Pandolfo, von internationalen Kritikern als einer der bedeutendsten Virtuosen seines Fachs gefeiert, und die französische Gambistin Amélie Chemin. Gemeinsam widmeten sie sich Meisterwerken von Monsieur de Sainte-Colombe und Marin Marais — Musik voller Eleganz, Tiefe und stiller Intensität.

Zwei Konzertabende des Musikfests Eichstätt, zwei sehr unterschiedliche Klangwelten — und doch verbunden durch eine gemeinsame Haltung: die Konzentration auf feine Nuancen, auf das genaue Zuhören und auf Musik, die ihre Wirkung nicht aus Größe oder Lautstärke bezieht, sondern aus Ausdruck, Transparenz und Nähe.

Das Vivid Consort mit David Bergmüller sowie Paolo Pandolfo und Amélie Chemin haben gezeigt, wie lebendig Alte Musik heute klingen kann: nicht als musealer Rückblick, sondern als unmittelbare, gegenwärtige Erfahrung. Beide Konzerte werden bei BR Klassik ausgestrahlt: am 13. Juni um 23.03 Uhr und am 27. Juli um 18.03 Uhr.

Foto: Marcel Lanz

Feine Klangkultur und emotionale Tiefe: Zwei Konzertabende beim Musikfest Eichstätt