Komödie übers Elternwerden: „Außerirdische Empfängnis“ von Sascha Fersch im Altstadttheater
Der Blick von einem Alien auf die irdischen Menschen im allgemeinen ...
Noch ist nicht alles eingerichtet, und schon stehen die ersten Gäste vor der Tür. So beschrieb Intendant Oliver Brunner die gegenwärtige Situation des Umzugs des Stadttheaters Ingolstadt aus dem Hämer-Buro-Bau in die Interimsspielstätte im Theater am Glacis.
Bescheiden, mit einer Talkrunde der Theaterleitung und ohne szenische und musikalische Einlagen wie früher fand die Erstbegegnung mit dem Publikum zur Spielzeiteröffnung gestern Vormittag statt. In dem von der Münchner Theaterkritikerin Anne Fritsch moderierten Gespräch bekannte sich Intendant Oliver Brunner zu einem Theater sinnlicher Unterhaltung, Oberspielleiterin Mirja Biel träumte von einem Theater am Glacis mit Außengastronomie und Urban Gardening im Umfeld am Künettegraben, also einer höheren Aufenthaltsqualität hinter dem Parkplatz, und Chefdramaturgin Sonja Walter formulierte auch Wünsche ans Publikum, diesen neuen Weg mitzugehen.
Julia Mayr, die Leiterin des Jungen Theaters, bedauerte sehr, dieser wichtigen Aufgabe kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche nicht in dem gewünschten Ausmaß nachkommen zu können, weil das Junge Theater mit der Werkstattbühne seine feste Spielstätte verloren hat.
Und auch Ralf Lichtenberg, der den diesjährigen, seit 22 Jahren vom Rotaryclub Ingolstadt gestifteten , mit 3000 Euro dotierten Publikumspreis des Stadttheaters Ingolstadt erhielt, brach in seiner Dankesrede eine Lanze für das Jungen Theater Ingolstadt.
Der Vorsitzende des Rotaryclubs Ingolstadt-Kreuztor, Siegfried Bauer, erinnerte an den Mut der Stadt, in den 60er Jahren das Stadttheater gebaut zu haben und betonte, wie sehr der Stadtgesellschaft und ihm als langjährigem Theatergänger eine baldige Sanierung des Hämer-Buro -Baus am Herzen liegt.
Den Ausschlag für die Wahl von Ralf Lichtenberg als Publikumslieblich der letzten Spielzeit gab sicher dessen Rolle als Ingolstädter Gastarbeiter Klaus, der in einer Umkehrung der Migrationsgeschichten der 60er Jahre in die Türkei auswandert, in dem Theaterabend „Istanbul“. Eine sehr persönliche Laudatio hielt sein Schauspielerkollege Sascha Römisch, der mit Ralf Lichtenberg die Garderobe geteilt und natürlich auch oft gemeinsam auf der Bühne gestanden hat. Er würdigte in seiner witzigen Ansprache besonders die menschlichen Qualitäten seines Kollegen, seine Unaufgeregtheit auch vor Premieren, sowie sein Engagement mit seiner Frau Victoria Voss für das „Kunstzentrum Besondere Menschen“.
Ralf Lichtenberg wird ab 28. Oktober in „Das Abschiedsdinne“ zu sehen sein und bereits ab 9. Oktober in der Erfolgsproduktion „Zauberflöte“, die ins Theater am Glacis übernommen wird.