Führung durch den Eichstätter Ostenfriedhof

Führung durch den Eichstätter Ostenfriedhof

Haben Sie schon einmal etwas von Taphophilie gehört ? Taphos ist griechisch für Grab oder Begräbnis, philia ist die Liebe. Taphophilie bezeichnet also die Leidenschaft oder das starke Interesse an Friedhöfen. Gerade um den 1. November ist dieses besonders ausgeprägt. Deshalb nehmen wir Sie heute mit auf den Eichstätter Ostenfriedhof.

Beim Tag des offenen Denkmals standen der Friedhof und seine Kapelle Maria Schnee im Mittelpunkt des Interesses, und Architektin Ulrike Buller-Lörsch erläuterte vor Ort die spannende Geschichte dieses Gottesackers.

Für manche Menschen ist der Friedhof auch ein bester Bestandteil des Berufslebens – etwa für den Bildhauer und Steinmetzmeister Rupert Fieger. Er nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf einen besonderen Rundgang zu den Grabmalen, ihren Materialien und den unterschiedlichen Stilrichtungen.

So ist der Ostenfriedhof in Eichstätt auch ein Ort der Kunstgeschichte. Jede Epoche hat ihre Moden, was die Gestaltung von Grabstätten anbelangt. Wegen dieser Vielfalt ist die deutsche Friedhofskultur auch in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Trauern, erinnern und gedenken trifft hier auf eine kulturelle Komponente.

Das Interesse an Friedhöfen hat inzwischen auch den Tourismus erreicht. Friedhofsführungen gibt es nicht nur im berühmten Highgate Friedhof in London oder auf dem Père-Lachaise in Paris. Auch in Schrobenhausen, Ingolstadt und Neuburg werden Touren angeboten – ebenso in Eichstätt. Dort heißt es am 8. November „Gottesacker voller Geschichten – Künstler, Ketzer, Taschenzwicker, Bruchpiloten“ auf dem Ostenfriedhof, los geht´s um 14 Uhr, Buchung über die Eichstätter Touristinfo.
Trotzdem bleibt ein Friedhof in erster Linie ein Ort des Innehaltens und des Gedenkens. Das macht seine besondere Atmosphäre aus – nicht nur im Totenmonat November.

Foto: Melanie Arzenheimer

Führung durch den Eichstätter Ostenfriedhof