Manchmal genügt ein einziger Künstler, um einen Konzertabend mit einem Orchester wie aus einem Guss erscheinen zu lassen. Ende Februar war es Sergej Krylov, der im Festsaal Ingolstadt die Fäden in der Hand hielt – in einer Doppelrolle als Solist und künstlerischer Leiter des 6. Abonnementkonzerts der Kammerphilharmonie Ingolstadt. Krylov stellte sich gewissermaßen selbst eine „Carte blanche“ aus – und spannte einen Bogen von der luziden Klassik bis in die schillernde Virtuosenwelt des 19. Jahrhunderts und weiter zur neoklassischen Eleganz des 20. Jahrhunderts.
Ein Künstler, der nicht nur technische Brillanz zeigt, sondern Klangräume öffnet. Ein Abend zwischen Klarheit und Glut, zwischen klassischer Form und virtuosem Überschwang: Sergej Krylov führte durch Mozart, Saint-Saëns, Sarasate und Nino Rota – nicht nur als Solist, sondern als musikalischer Erzähler. Und vielleicht war es am Ende gerade diese Verbindung aus Gestaltungskraft, Perfektion der Phrasierung und poetischer Imagination, die den Abend prägte. Nach begeisterten Standing Ovations und langem Applaus verwöhnte Krylov das Publikum noch mit zwei Zugaben aus Antonio Vivaldis „Jahreszeiten“.