Peter Thiers, Lutz-Stipendiat in Pfaffenhofen und sein „Zwischenfall“

Peter Thiers, Lutz-Stipendiat in Pfaffenhofen und sein „Zwischenfall“

Der Schriftsteller Peter Thiers bezeichnet Literatur als Empathie_Maschine, also als eine Möglichkeit ,Verständnis für unterschiedliche Figuren und Verhaltensweisen aufzubringen und zu wecken, , als Autor und Autorin, aber auch als Lesender oder Zuschauer.

Peter Thiers, ein Mittdreißiger,  war der diesjährige Lutz-Stipendiat der Stadt Pfaffenhofen, d.h. er konnte 3 Monate lang ungestört im Flaschlturm in Pfaffenhofen schreiben und leben,  bei kostenloser Miete und mit einem kleinen Spesensatz.  
Eine Jury unter dem Vorsitz des Schriftstellers Steffen Kopetzky, der soeben in die Bayerischen Akademie de Wissenschaften aufgenommen wurde, wählt den Stipendiaten oder die Stipendiatin anhand eingereichter Textproben aus.
Erwartet wird von den Lutz-Stipendiaten dieses Vierteljahr tatsächlich in Pfaffenhofen zu verbringen, sich die Stadt anzusehen, am kulturellen Leben teilzunehmen und vor allem: Es muss in diesem Vierteljahr  auch ein Text entstehen, der so irgendwie mit Pfaffenhofen zu tun hat wie der  Roman „Der Zwischenfall“ des Namensgebers des Stipendiums, Josef Maria Lutz. Und dieser  in Pfaffenhofen entstandene Text muss bei einer öffentlichen Lesung am Ende des Gastaufenthalts präsentiert werden.

Am 31. Juli gab Peter Thiers im Rathaussaal auch im Gespräch mit Steffen Kopetzky und mit 2 älteren Prosatexten einen guten Einblick in sein Schriftstellerisches Werk und in seine Tätigkeit als Theaterautor und auch als Regisseur vor allem seiner eigenen Theatertexte. Geboren 1991  in Gera, aufgewachsen in Rostock, lebt er heute in Hamburg, wo er  z.B. am Thalia Theater z.B. sein Theaterstück  „Paradiesische Bauten“  über die ausbeuterische Vermietung selbst von Garagen auch selbst inszeniert hat.
Soziale Themen, ein moralischer Kompass, Wahrhaftigkeit gegenüber seinen Figuren und sein Gerechtigkeitsempfinden, machte Steffen Kopetzky als Grundzüge des Schriftstellers Peter  Thiers aus.
Peter Thiers hat seinem „Zwischenfall“, seiner Bringschuld als Lutz-Stipendiat in Pfaffenhofen den Untertitel „Zwischen Wänden und Fellen“ gegeben.  Der Text kreist um die Situation, Gast zu sein. Wie er in Pfaffenhofen. Bei einer Einladung geht eine Tasse zu Bruch. Das wird nicht übel genommen. Der Gast im Flaschlturm, dem wohl auch in diesen 3 Monaten eine Tasse kaputt gegangen ist, stellt fest, dass überall Zettel  von entlaufenen vermissten Katzen hängen. Er wünscht sich auch ein Tier als Mitbewohner im Flaschlturm, um vielleicht aus dessen Perspektive über PAF zu schreiben –  vielleicht einen Kater, der den Boandlkramer von Josef Maria Lutz zum Brandner Kasper begleitet hat, der mit seinem Kirschgeist ja  ein ziemlich schlitzohriger guter Gastgeber gewesen ist. Dann, der Zwischenfall: Auf die Wand neben dem Flaschlturm hat jemand ein rechtsextremes Kürzel geschrieben. …

Peter Thiers, Lutz-Stipendiat in Pfaffenhofen und sein „Zwischenfall“