Magdalena Hoffmann: CD mit barocker Harfenmusik und Benefizaktion
Magdalena Hoffmann war als Soloharfenistin des BR Symphonieorchesters bereits mehrmals in ...
Es war die Erfolgsproduktion des Stadttheaters Ingolstadt im Herbst 2024. „Istanbul“, eine umgekehrte Gastarbeitergeschichte. Der Ingolstädter Klaus Gruber als Gastarbeiter in der Türkei.
Und es ist ein Abend mit Liedern der türkischen Sängerin Sezen Aksu, die auch jeder aus der türkischen Community in Ingolstadt kennt. Die Produktion im Kleinen Haus musste wegen einer Schwangerschaft im Cast bald abgesetzt werden, obwohl der Run auf die Karten sehr groß war.
Ab heute steht „Istanbul“ wieder auf dem Spielplan, und zwar im Theater am Glacis. Und Okan Cömert, als Pembo im Jungen Theater bereits herausragend, hat dafür neu die Rolle des türkischen Freundes von Klaus übernommen.
Regisseurin Asli Kislal ist ein großartiger, berührender und in vieler Hinsicht integrativer Theaterabend gelungen.
Dieser Abend zeigt, was Theater kann: Ein Gedankenspiel, einen Perspektivenwechsel auf höchst sinnliche, emotionale, empathische und auch gedanklich anregende Weise erlebbar machen.
Das Gedankenspiel: Was wäre, wenn in den 1960er Jahren nicht Hunderttausende Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland gekommen wären. Sondern umgekehrt. Wenn Deutsche das Wirtschaftswunder der Türkei aufgebaut hätten. Deutsche wie ein Klaus Gruber aus Ingolstadt.
Der Perspektivenwechsel schafft eine ganz eigene Art von Identifikation und Verfremdung, sowohl für ein deutsches wie ein türkisches Publikum. Und bei allem Mitgefühl für ein nicht sonderlich rosiges Leben, auch für komische Seiten. Etwa wenn der Deutsche in Istanbul ohne Sprachkenntnisse zu verdeutlichen sucht, dass er Kaffeepulver für Filterkaffee sucht. Oder einem Istanbuler erklärt, warum sein Haus in Ingolstadt einen Wintergarten haben soll…
Es gibt noch Karten für die nächsten Aufführungen von Istanbul, nächsten Montag und Freitag, sowie am 1., 2., 6. Und 8. März
Foto: Franziska Caspari