Kammerphilharmonie IN und Alexander Korsantia (Flügel) begeistern im Theaterfestsaal
Es ist immer wieder faszinierend wie glanzvoll die Konzerte der Kammerphilharmonie ...
Einen PR-Berater oder Styling Coach hatte er nicht. Und dennoch hat es der bayrische Kurfürst Max Emanuel bereits in der Barockzeit sehr gut verstanden, sein Image für seine Zeitgenossen und auch für die Nachwelt bestens selbst darzustellen – als militärischer Draufgänger und Türkenbezwinger z. B. , aber auch mit höfischer Prachtentfaltung. Wie das funktioniert hat, zeigt eine neue Sonderausstellung im Bayerischen Armeemuseum im Neuen Schloss in Ingolstadt unter diesem interessanten Aspekt : „Making Max Emanuel – Wie wird man zur Legende?“, die gestern Abend eröffnet wurde, an Max Emanuels 300. Todestag.
Mit einem Vortrag wurde auch die Rolle der Frauen des Kurfürsten unter die Lupe genommen.
Max Emanuel verstand es, prunkvolle Feste zu feiern, wertvolles Beutegut aus den Türkenfeldzügen vorzuweisen, und Schloss Schleißheim und der Ausbau von Schloss Nymphenburg zeugen davon, dass er der höfischen Kultur des Sonnenkönigs nacheiferte. Dennoch war sein Leben keineswegs nur eine Erfolgsgeschichte. Seine Einmischung in den spanischen Erbfolgekrieg kam ihm teuer zu stehen. Er musste viele Jahre ins Exil.
In acht Kapiteln mit griffigen englischen Überschriften wie „A star is born“ werden die Selbstvermarktungsstrategien des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel mit Objekten aus dem Depot des Bayerischen Armeemuseums wie reich verzierten Schwertern, einem kostbar mit Silber und Edelsteinen geschmückten Prunksattel der Osmanen, Medaillen mit seinem Konterfei oder Abbildungen seiner Heldentaten und vielen Kupferstichen und einigen Leihgaben wie einem kostbaren chinesischen Schränkchen und chinesischem Porzellan illustriert.
Für Projektleiterin Dr. Priscilla Pfannmüller war nicht nur der 300. Todesstag Anlass, sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen, wie ein Herrscher sein eigenes Narrativ ausbildet, das über Jahrhunderte Bestand hat. Was dieser Mann mit der großen spitzen Nase und der aufwändigen lockigen Haarpracht, in späteren Lebensjahren natürlich in Form von Allongeperücken wirklich für ein Typ war, ist heute schwer zu erfassen. Jedenfalls ein Mann, der seine Niederlagen gut aus seinem Gesamtbild tilgen konnte. Er blieb im kollektiven Gedächtnis der „Blaue Kurfürst“, der „bayerische Löwe“, weit über Bayern hinaus. Die Ausstellung zeigt auch, wie sehr das Militärische, die repräsentativen, verzierten Waffen, die Uniformen oder eine Standarte aus Seide zur höfischen Kultur eines bayrischen Barockfürsten gehörten.
Das letzte Objekt in der Ausstellung stammt aus unserer Zeit. Der Holzbildhauer Andreas Kuhnlein hat aus Eiche eine zerklüftete Skulptur geschaffen, in der man das Konterfei von Max Emanuel erkennen kann.
Und welche Rolle haben Max Emanuels Frauen, die Mutter, die Schwestern , die beiden Ehefrauen, die Mätressen für das Bild des Kurfürsten gespielt? Die zweite Ehefrau musste nämlich die Regentschaft übernehmen, als Max Emanuel mit Reichsbann belegt im Exil war.
Damit hat sich Prof. Dr. Britta Kägler von der Universität Passau befasst und zur Ausstellungseröffnung darüber referiert.
Geöffnet ist von Die – Fr von 9 – 17.30 und am Wochenende von 10 – 17.30 Uhr
