Glanzvolles Weihnachtsoratorium in der Hofkirche Neuburg
„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“… Seit langer Zeit konnte in ...
Was ist gut, was ist böse? Wer ist ein Schurke, wer ein Gutmensch? Nolli jedenfalls ist überzeugt, es kann nur ein Irrtum sein, dass sie in dieses merkwürdige Gefängnis geraten ist. Später erfahren wir: Nolli hat die Kühe freigelassen und den Tierzüchter anstelle ihrer Lieblingskuh Rosemarie in einen engen Käfig gesperrt.
Die Meinungen und Urteile darüber, was gut ist und was böse, können also auseinandergehen. Je nach dem eigenen Standpunkt.
Das Junge Theater Ingolstadt hat sich damit beschäftigt, der Faszination für Bösewichte und der Ambivalenz von moralischen Normen, von Gutmenschen und Normverletzern auf die Spur zu kommen und Calixto Maria Schmutter (Regie und Musik) sowie den Autor Henry Schlage beauftragt, mit dem 4-köpfigen Ensemble darüber ein Theaterstück für Menschen ab 8 zu entwickeln. Am Samstag war die Uraufführungs-Premiere von „Ausgebrochen böse – ein Schurkenstück“. Es gab dabei auch einiges zu lachen und am Ende großen Applaus.
Diese Fragen werden mit Witz, Tempo und Tiefsinn, mit Songs, Schattenspielen und viel Slapstick erzählt. Das macht Spaß und ist anregend. Aber: Wie spielt man böse? Aggression ist hier Slapstick und lautstark. Auch die Schlägerei mit Stühlen in Zeitlupe ist amüsant anzusehen. Bedrohlich ist vielleicht der Lichtwechsel mit der Ansage einer Laserkanone. Nicht aber das Verhalten der Gefängnisinsassen. Die bleiben Kunstfiguren und so ist das Böse sehr „Theater“. Und soll es wohl auch sein. Parabelhaft.
„Ausgebrochen böse – ein Schurkenstück“ ist eine mutige Stückentwicklung im Denkraum Theater. Aber wie gefährlich Schurken doch auch sein können, wird nicht sichtbar.
Foto: Germaine Nassal