Muttermord und Attentat auf Ministerin – Ursula Krechel war mit ihrem Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ bei den Literaturtagen

Muttermord und Attentat auf Ministerin – Ursula Krechel war mit ihrem Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ bei den Literaturtagen

Im Gespräch mit Elisabeth Zeitler-Boos, Vorsitzende des Literaturclubs Nürnberg, kamen auch Urula Krechels Gedichte und ihre frühe Affinität zum Theater zur Sprache. Und ihre Neugier auf  weiße Flecken, die sie dann hartnäckig recherchiert. Eine vergessene Dichterin wie Christine de  Pisan am Hof der französischen Königin Isabeau de Baviere oder, wie in ihrer Dankesrede zur  Büchner-Preisverleihung 2025,  eine der Schwestern Georg Büchners, Luise.
Auch im Zentrum ihres Romans „Sehr geehrte Frau Ministerin“, bei dem es gestern Abend im Studio im Herzogskasten vor allem ging,  stehen vier Frauen.
Die Verkäuferin eines Teeladens, alleinerziehend mit einer schwierigen Beziehung zu ihrem Sohn, der seine Mutter mit Schweigen bestraft, auch eine form psychischer Gewalt,  eine Lateinlehrerin als eigentliche Erzählerin und eine Justizministerin, die sich bemüht den Rechtsstaat auch gegen demokratische Entscheidungsschwachen zu verteidigen. Und die historische Agrippina, die Mutter des Kaisers Nero, die er umbringen ließ.  Und der Sohn der Teeladenverkäuferin in unserer Gegenwart wird ein Attentat auf die Ministerin verüben. …
Es geht also um Gewalt in unterschiedlichen Formen.  Und bereits im antiken Rom ging es darum, welche Version der Geschichte wird von wem verbreitet, was wird das Narrativ sein, das überliefert bleibt. In Ursula Krechels Roman wird eine der Hauptfiguren, die Lateinlehrerin, auch zur Erzählerin..

Muttermord und Attentat auf Ministerin – Ursula Krechel war mit ihrem Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ bei den Literaturtagen