Ein Abo beim Konzertverein Ingolstadt lohnt sich – hier das Programm der nächsten Saison
Möchten Sie sich nicht von Oktober bis Juni einmal im Monat ...
Im Gespräch mit Elisabeth Zeitler-Boos, Vorsitzende des Literaturclubs Nürnberg, kamen auch Urula Krechels Gedichte und ihre frühe Affinität zum Theater zur Sprache. Und ihre Neugier auf weiße Flecken, die sie dann hartnäckig recherchiert. Eine vergessene Dichterin wie Christine de Pisan am Hof der französischen Königin Isabeau de Baviere oder, wie in ihrer Dankesrede zur Büchner-Preisverleihung 2025, eine der Schwestern Georg Büchners, Luise.
Auch im Zentrum ihres Romans „Sehr geehrte Frau Ministerin“, bei dem es gestern Abend im Studio im Herzogskasten vor allem ging, stehen vier Frauen.
Die Verkäuferin eines Teeladens, alleinerziehend mit einer schwierigen Beziehung zu ihrem Sohn, der seine Mutter mit Schweigen bestraft, auch eine form psychischer Gewalt, eine Lateinlehrerin als eigentliche Erzählerin und eine Justizministerin, die sich bemüht den Rechtsstaat auch gegen demokratische Entscheidungsschwachen zu verteidigen. Und die historische Agrippina, die Mutter des Kaisers Nero, die er umbringen ließ. Und der Sohn der Teeladenverkäuferin in unserer Gegenwart wird ein Attentat auf die Ministerin verüben. …
Es geht also um Gewalt in unterschiedlichen Formen. Und bereits im antiken Rom ging es darum, welche Version der Geschichte wird von wem verbreitet, was wird das Narrativ sein, das überliefert bleibt. In Ursula Krechels Roman wird eine der Hauptfiguren, die Lateinlehrerin, auch zur Erzählerin..