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Unter dem etwas rätselhaften Titel „Pennys“ stellt die renommierte Künstlerin Judith Hopf im Alf-Lechner-Museum gemeinsam mit kleineren Stahlskulpturen von Lechner aus. Letzten Sonntag war Eröffnung.
Das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag von Alf-Lechner ist zu Ende. Nach der großen Ausstellung, die Alf Lechner in einen Kontext mit seiner Künstlergeneration gestellt hat, zeigt Dominik Bais, Kurator der Alf-Lechner-Stiftung, nun eine Gegenüberstellung von Arbeiten von Alf Lechner mit Skulpturen einer heutigen Künstlerin, von Judith Hopf.
Besonders bekannt geworden sind Judith Hopfs auf 4 dünnen Stäben stehende Betonblöcke, auf die sie Schafköpfe gezeichnet hat. Judith Hopf hat Kunst in Bremen und Berlin studiert, war Professorin an der Städelschule, der staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Frankfurt und ist derzeit Professorin an der Kunsthochschule in Dresden. Sie war bei der documenta 13 vertreten, stellt weltweit aus, zuletzt im New Museum in New York.
Wir sehen im Erdgeschoss des Alf Lechner-Museums nun u.a. eine aus Ziegelsteinen gemauerte etwa 1m große Birne, oder einen Rollkoffer, in den sich nichts verstauen lässt, weil er ebenso aus Ziegelsteinen ist. Es gibt kippelige graue Autoreifen aus Pappmaschee, die auf Mauern davonzurollen scheinen. Oder im OG Regen aus gemalten blauen Streifen an der weißen Wand und einen schwefelgelben Blitz aus Metall, der von der Decke hängt. Es geht also um einen ironischen, surrealen Widerspruch zwischen Material und üblicher Funktion. Oder um ein Wechselspiel zwischen Kunst und Wirklichkeit. Wie schon bei Rene Magritte. Die gemalte Pfeife ist eben keine Pfeife. Oder doch? „Unzuverlässige Artefakte“ nennt Kurator Dominik Bais die ausgestellten Skulpturen von Judith Hopf.
Im Gespräch erklärt die Künstlerin, welche durchaus alltagsaktuellen Assoziationen zu solchen Arbeiten inspirieren können. Dass der Tagesspiegel seine Printausgaben eingestellt hat, hat dazu geführt, dass sie sich die Zeitungsberge in ihr Atelier geholt hat. Und am leicht rosa Schimmer ihrer Pappmaschee-Reifen ist sogar noch zu ahnen, dass das rote TAZ-Logo dabei verarbeitet wurde. Und auch die Präferenz für die Arbeiten aus Ziegelstein haben einen sozusagen historischen Bezug.