„Licht wird alles, was ich fasse“-Ausstellung BBK in Neuburg / Rathausfletz
Ja! Ich weiß, woher ich stamme! Ungesättigt gleich der Flamme Glühe ...
In der Mitte der Ausstellungshalle der P3 steht ein alter Wohnwagen aus dem Besitz des Bildhauers Ludwig Hauser, des Betreibers der Kulturhalle in der Peisserstr. 3. Er ist nicht Kunst, wird in diesem Ausstellungskontext aber zum Symbol des Ausstellungstitels „Shelter“, mit dem der Kunstverein Ingolstadt am Sonntag bereits die 3. Ausstellung innerhalb von 10 Tagen im Rahmen ihres 7-wöchigen Sommer-Programms an unterschiedlichen Orten „Albergo diffuso“ eröffnet hat.
Shelter kann Schutzraum aber auch Geängnis sein, Sicherheit und Unfreiheit bedeuten. Der Steinbildhauer Ludwig Hauser hat für unendlich viele Steine, tonnenschwere und kleinere in seinem weitläufigen Werkstattareal einen Schutzraum vielleicht für ein Weiterleben als Kunstwerk oder Grabstein geboten. Und er hat den Begriff Shelter für diese Ausstellung mit der Kunstperspektive junger Menschen gefunden.
Das Thema von Marcel Breitenhuber ist die Arbeitswelt vor allem von körperlich arbeitenden Menschen. Er zeigt, fast vogelscheuchenähnlich, also mit realer Jacke und Handwerkszeug das Objekt eines Menschen, den körperliche Arbeit derangiert hat. Daneben große rostige Zahnräder oder – vielleicht als Gegensatz – trichterartige Lote, die in unterschiedlicher Höhe von der Decke hängen. Am deutlichsten wird Breitenhubers Intention in einem der beiden animierten Filme, die in einem Kabinett zu sehen sind. Figuren mit Esels- oder Ziegenköpfen auf menschlichen Gestalten schuften in einer Fabrik mit der Anmutung der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Einer wird an den Pranger gestellt und wohl auch eliminiert. Außerdem zeigt Breitenhuber eine Art Lithografie, allerdings auf Aluminiumplatte, nicht auf Stein mit dem Titel „Zerfall der Gesellschaft“. Marcel Breitenhuber macht sich Gedanken über das Verhältnis von Arbeit als Chance der Verwirklichung eigener Ideen und den realen Bedingungen, an denen die eigenen Ziele scheitern können.
Lea Frensch stellt sich mit gegenständlichen und figurativen Bildern, ein Universum unheimlicher Hexen, vor. Und am Sonntag war zur Eröffnung eine rituelle Performance von ihr zu sehen, eine Wasser-Zeremonie mit einem tongebenden Wasserglas und wütendem Urschrei.
Im Vorraum sind Fotos aus der Diplomarbeit der Designstudentin Emma Hauser großformatig aufgezogen. Erschreckende Bilder riesiger Ballen, Plastikwürfel, aus denen zu recycelndes Material wie z.B. Stoffreste hervorquellen. Zivilisationsmüll in industrieller Dimension.