Nachtregie: Lesungsreihe im „Blauen Salon“ des Stadttheaters Ingolstadt mit „Liebesbriefe an die Heimat“ gestartet
Das ist ein Geheimtipp. Denn diese Veranstaltungen stehen nicht offiziell auf ...
Musik, Malerei, Literatur und ein historischer Ort, der selbst schon Geschichte erzählt: Im Alten Pfarrhof im Riedenburger Ortsteil Schambach fand im September wieder der Schambacher Nachsommer statt.
Zum sechsten Mal lud Hausherrin Gerhilde Winbeck zu zwei Tagen „Zwischen Himmel und Erde“ – so das diesjährige Motto – ein. Ein Wochenende, an dem ganz unterschiedliche Kunstformen miteinander ins Gespräch kamen – von Heinz Winbecks Musik über Schumann und bairische Wortkunst bis hin zur Malerei von Angelika Hercher.
Den musikalischen Schlusspunkt setzte das Matineekonzert „Luce e ombra“ – „Licht und Schatten“ – mit der Pianistin und Moderatorin Masha Dimitrieva und dem italienischen Bariton Giulio Alvise Caselli.
Auf dem Programm: Musik von der Barockzeit bis ins 19. Jahrhundert: italienische Kompositions- und Gesangstradition von Scarlatti, Bellini, Donizetti und Rossini, dazu Werke von Liszt, Mendelssohn-Bartholdy und Bach.
Doch der Schambacher Nachsommer ist mehr als eine Konzertreihe. Der besondere Reiz liegt auch darin, dass die Musik hier nicht in einem klassischen Konzertsaal erklingt. Der Alte Pfarrhof mit seinem Innenhof, seinen historischen Gebäuden und seiner besonderen Atmosphäre wird selbst zum Teil des künstlerischen Erlebnisses. Seit Jahren öffnet Hausherrin Gerhilde Winbeck diesen Ort für Musik und andere Künste.
Und wer zwischen den musikalischen Programmpunkten durch den Pfarrhof und die Scheune ging, begegnete noch einer anderen Kunstform. Angelika Hercher zeigte ihre Werkreihe „4 Elemente“ – Arbeiten über Erde, Wasser, Luft und Feuer. Damit griff ihre Ausstellung ein Thema auf, das erstaunlich gut zum diesjährigen Motto „Himmel und Erde“ passte. Besonders reizvoll: Die Bilder standen hier nicht für sich allein. Sie trafen auf Musik, auf Lyrik und auf die Architektur dieses alten Ortes.
Zwei Tage „zwischen Himmel und Erde“ beim Schambacher Nachsommer – zwei Tage, an denen Musik, Malerei, Literatur und Sprache den historischen Alten Pfarrhof in einen besonderen Kulturort verwandelt haben. Mit „Luce e ombra“ ist die sechste Ausgabe musikalisch zu Ende gegangen.
Genau das ist wohl die besondere Idee dieses kleinen Festivals: Kunst nicht voneinander zu trennen, sondern sie miteinander in Beziehung zu setzen – und sie dort stattfinden zu lassen, wo Geschichte, Kultur, Landschaft und Gegenwart aufeinandertreffen.
Foto: Karin Dachs