Gott in der Krise: „Oh mein Gott!“ im Ingolstädter Altstadttheater

Gott in der Krise: „Oh mein Gott!“ im Ingolstädter Altstadttheater

Gott hat die Krise. Kein Wunder, der Zustand seiner Schöpfung macht ihn psychisch krank. Also geht er zu einer Psychologin in Therapie. Mit der Komödie „Oh mein Gott!“ , gespielt von Thomas Koch und Lena Schlagintweit, ist das Ingolstädter Altstadttheater ebenso witzig wie tiefsinnig in die neue Saison gestartet.

Die Psychologin Ela erwartet einen neuen Patienten. Er nennt sich G. und weiß offenbar alles über sie. Es ist Gott, der zur Therapie kommt. Er hat sich und seine Schöpfung satt. Depression. Burnout. Plant er einen erweiterten Suizid, eine zweite Sintflut? Und was kann die Psychologin in einer Therapiesitzung für 400 Euro Honorar für Gott und den Zustand der Welt tun? Wie lässt sich Gott therapieren?

Diese genial- originelle Grundkonstellation der 2012 verstorbenen israelischen Autorin Anat Gov gibt die Möglichkeit, die theologisch-existentiellen Fragen, gibt es Gott überhaupt und warum lässt Gott es zu,  dass seine Schöpfung den Bach runtergeht und die Menschen sich gegenseitig massakrieren?  – in boulevardtheater-leichten Dialogen mit witzigen Pointen zu thematisieren. Die Leiterin des Ingolstädter Altstadttheaters Leni Brem-Keil hat diese „Komödie“ mit Lena Schlagintweit und Thomas Koch großartig im Schwebezustand zwischen Dialogwitz und Psycho-Kammerspiel über den Zustand der Welt seit der Erschaffung  des Menschen in Szene gesetzt.
Es ist jedenfalls ebenso erheiternd wie anregend, diesem Therapiegespräch zu folgen. …

Foto: Ina Wobker

Gott in der Krise: „Oh mein Gott!“ im Ingolstädter Altstadttheater