Zwischen Sturm und Drang und galantem Stil: Julien Chauvin als Solist und Dirigent bei der Kammerphilharmonie Ingolstadt

Zwischen Sturm und Drang und galantem Stil: Julien Chauvin als Solist und Dirigent bei der Kammerphilharmonie Ingolstadt

Zwischen barocker Klangpracht und klassischer Klarheit liegt eine Zeit voller musikalischer Experimente: In den Jahrzehnten um die Mitte des 18. Jahrhunderts suchen Komponisten nach neuen Ausdrucksformen, spielen mit Konventionen und lassen ganz unterschiedliche musikalische Welten aufeinandertreffen.

Genau in diese spannende Übergangszeit führte das jüngste Abonnementkonzert der Kammerphilharmonie Ingolstadt. Auf dem Programm standen Werke von Mozart, Haydn, Johann Stamitz, Carl Philipp Emanuel Bach, Jean-Marie Leclair und Wilhelm Friedemann Bach – ein Panorama zwischen französischer Eleganz, italienischer Virtuosität und überraschend expressiven Klängen.

Zu Gast war der französische Geiger und Dirigent Julien Chauvin, ein ausgewiesener Spezialist für historische Aufführungspraxis. Im Festsaal Ingolstadt übernahm er gleich eine doppelte Aufgabe: Er spielte Joseph Haydns Violinkonzert Nr. 4 und das Violinkonzert in a-Moll von Jean-Marie Leclaire als Solist und leitete zugleich das Orchester während des gesamten Abends. Beides mit unbändiger Lust und vollem Körpereinsatz.

Wie lässt sich die Klangwelt des 18. Jahrhunderts heute lebendig machen? Was verrät diese Musik über eine Epoche im Umbruch? Und wie verändert sich das Zusammenspiel, wenn der Solist zugleich am Pult steht? Darüber habe ich mit Julien Chauvin gesprochen.

Zwischen Sturm und Drang und galantem Stil: Julien Chauvin als Solist und Dirigent bei der Kammerphilharmonie Ingolstadt